Ratgeber · 7 Min. Lesezeit

Wie oft sollte ein Büro gereinigt werden? Nach Teamgröße und Branche

Täglich, dreimal pro Woche oder einmal? Intervalle nach Teamgröße, Branche und Raum, mit Tabelle zum Übernehmen.

Von Mert, Inhaber Reinigungsbuddy ·

Helle Büroküche mit langem Holztisch, schwarzen Stühlen und Fensterfront

Es gibt keine Zahl, die für jedes Büro stimmt. Aber es gibt eine einfache Regel: Gereinigt wird dort am häufigsten, wo der meiste Schmutz entsteht. Das ist fast nie der Schreibtisch, sondern fast immer die Teeküche, das WC und der Eingang.

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie das passende Intervall für Ihr Büro finden, nach Raum, nach Teamgröße und nach Branche.

Die Grundregel: nach Raum, nicht nach Büro

Der häufigste Fehler ist ein einziges Intervall für alles: „Wir lassen dreimal pro Woche reinigen.” Dann wird das Archiv dreimal pro Woche gesaugt, obwohl niemand drin war, und die Teeküche sieht am Donnerstag trotzdem schlimm aus. Besser ist ein gestaffelter Plan:

Bereich Intervall-Empfehlung warum
WC und Waschräume bei jedem Einsatz, bei hoher Nutzung täglich Hygiene, häufigste Beschwerden
Teeküche bei jedem Einsatz Lebensmittel, viele Nutzer
Eingang, Empfang bei jedem Einsatz erster Eindruck, Straßenschmutz
Papierkörbe bei jedem Einsatz Geruch, Lebensmittelreste
Arbeitsplätze (freie Flächen) 1–3× pro Woche je nach Teamgröße
Böden in Büros 1–3× pro Woche Laufwege öfter als Ecken
Besprechungsräume nach Nutzung bei Kundenterminen täglich
Kontaktflächen (Klinken, Schalter) bei jedem Einsatz viele Hände
Glastüren, Spiegel wöchentlich Fingerabdrücke
Heizkörper, Fensterbänke monatlich Staub
Fenster 2–4× pro Jahr Lage, Straße, Bäume
Teppich-Tiefenreinigung 1–2× pro Jahr Laufwege, Flecken
Grundreinigung 1× pro Jahr Böden, Hochflächen, Kalk

Nach Teamgröße

Kleines Team (bis 10 Personen)

Eine Reinigung ein- bis zweimal pro Woche reicht für Arbeitsflächen und Böden meist aus. WC und Teeküche sollten bei jedem Einsatz dran sein. Wird das Büro täglich voll genutzt, lohnt sich ein kurzer Zwischen-Einsatz nur für Sanitär und Küche.

Mittleres Team (10–30 Personen)

Hier sind zwei bis drei Einsätze pro Woche üblich. Mit mehr Menschen steigen der Verbrauch in Teeküche und WC, die Menge an Müll und die Belastung der Laufwege deutlich. Papierkörbe und Sanitär bei jedem Einsatz, Arbeitsplätze zweimal pro Woche.

Großes Team (über 30 Personen)

Ab dieser Größe ist eine tägliche Reinigung in Sanitär, Küche und Eingang meist sinnvoll, Arbeitsplätze zwei- bis dreimal pro Woche. Bei vielen Menschen auf einer Fläche lohnt sich zudem eine Tagesreinigung für WC und Küche zur Mittagszeit.

Nach Branche

  • Agenturen und Beratungen mit Kundenterminen: Empfang und Besprechungsräume täglich, weil der erste Eindruck zählt. Arbeitsflächen nach Teamgröße.
  • Tech- und Softwarefirmen: Oft große Teeküchen und Lounges, hoher Verbrauch an Kaffee und Snacks. Küche und Sanitär täglich, Arbeitsplätze seltener, dafür Tastaturen und Monitore nur nach Absprache.
  • Coworking: Viele wechselnde Nutzer, deshalb Kontaktflächen, Küche und WC täglich, Hot Desks nach jeder Nutzung oder täglich.
  • Kanzleien und Steuerbüros: Wenig Laufverkehr, aber Mandantentermine. Empfang und Besprechung vor Terminen, Arbeitsflächen ein- bis zweimal pro Woche.
  • Arztpraxen und Physiotherapie: Hier gibt der Hygieneplan der Praxis die Intervalle vor, in der Regel täglich. Mehr dazu im Artikel Praxisreinigung: Hygieneanforderungen.

Hybrides Arbeiten verändert den Rhythmus

Viele Berliner Teams arbeiten hybrid. Das Büro ist dienstags bis donnerstags voll, montags und freitags fast leer. Dann ist es wenig sinnvoll, fünfmal pro Woche zu reinigen. Besser:

  • Reinigung am Abend nach den Haupt-Bürotagen
  • Sanitär und Küche an jedem Präsenztag
  • Ein Komplett-Einsatz pro Woche für alle Flächen

So sinken die Kosten, ohne dass die Sauberkeit leidet. Wenn sich Ihr Präsenzmodell ändert, passen wir den Rhythmus gemeinsam an.

Tagesreinigung oder Reinigung nach Feierabend?

Die meisten Büros werden außerhalb der Arbeitszeit gereinigt, früh morgens oder abends. Das stört niemanden, hat aber einen Nachteil: Was mittags in der Teeküche passiert, bleibt bis zum nächsten Einsatz liegen. Eine Tagesreinigung während der Bürozeit hat zwei Vorteile. Die Reinigung ist sichtbar, und das Team weiß, wer zuständig ist. Und Sanitär und Küche lassen sich zur Mittagszeit kurz auffrischen. Sie lohnt sich vor allem bei großen Teams und in Coworking-Flächen. Für kleine Büros ist die Reinigung nach Feierabend meistens die bessere Lösung.

Was das Gesetz sagt

Für normale Büros gibt es keine vorgeschriebene Reinigungshäufigkeit. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt aber, dass Arbeitsstätten den hygienischen Erfordernissen entsprechend gereinigt werden. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A4.1 konkretisiert das für Sanitärräume: Sie sind regelmäßig zu reinigen, bei täglicher Nutzung in der Regel täglich. Für Praxen und Gesundheitseinrichtungen gelten zusätzlich die Vorgaben des Hygieneplans.

Drei Beispielpläne aus Berliner Büros

Damit die Empfehlungen greifbar werden, hier drei typische Konstellationen. Sie sind Beispiele, keine festen Pakete.

Startup mit 8 Personen, Altbau in Kreuzberg, hybrid

  • 2 Einsätze pro Woche, dienstags und donnerstags am Abend nach den Präsenztagen
  • Bei jedem Einsatz: WC, Teeküche, Papierkörbe, Böden in Laufwegen, Kontaktflächen
  • Donnerstags zusätzlich: alle Arbeitsplätze und Böden komplett
  • Monatlich: Heizkörper, Fensterbänke, Glastüren
  • Jährlich: Fenster zweimal, Grundreinigung zwischen den Jahren

Agentur mit 25 Personen, Bürohaus in Mitte, Kundentermine

  • 3 Einsätze pro Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) plus ein kurzer Einsatz für Empfang und Besprechungsräume an den Kundentagen
  • Bei jedem Einsatz: Sanitär, Teeküche, Papierkörbe, Eingang, Böden in Laufwegen
  • Zweimal pro Woche: Arbeitsplätze komplett
  • Wöchentlich: Glastrennwände, Spiegel, Aufzugtasten
  • Jährlich: Fenster viermal, Teppich in Besprechungsräumen zweimal

Tech-Team mit 45 Personen, Neubau in Friedrichshain

  • Täglich Sanitär, Küche, Lounge, Eingang und Papierkörbe
  • Dreimal pro Woche Arbeitsplätze und alle Böden
  • Mittags eine kurze Tagesreinigung für Küche und WCs an den vollen Tagen
  • Wöchentlich: Glas innen, Kontaktflächen gründlich, Kühlschränke vor dem Wochenende
  • Jährlich: Teppichfliesen-Tiefenreinigung, Polster der Lounge, Fenster dreimal

Saisonale Unterschiede

Auch das Jahr hat einen Rhythmus. Im Herbst und Winter tragen Schuhe Laub, Sand und Streusalz herein. Der Eingang und die Schmutzfangmatten brauchen dann mehr Aufmerksamkeit, eventuell mit häufigerem Wischen der Laufwege. In der Erkältungssaison lohnt sich eine gezielte Desinfektion der Kontaktflächen. Im Sommer sind dagegen Fenster und Teeküche stärker gefordert: mehr Pollen, mehr Insekten, mehr Getränke.

Woran Sie merken, dass der Rhythmus nicht passt

  • Das Team beschwert sich über WC oder Teeküche, meist in der Wochenmitte.
  • Papierkörbe quellen über, bevor die Reinigung kommt.
  • Im Eingang liegt sichtbar Straßenschmutz, besonders im Herbst und Winter.
  • Mitarbeitende fangen an, selbst zu putzen.

Jedes dieser Zeichen ist ein Hinweis, das Intervall für diesen Bereich zu erhöhen, nicht für das ganze Büro.

Was Ihr Team selbst beitragen kann

Ein guter Rhythmus funktioniert am besten, wenn das Team mitspielt. Ein paar einfache Regeln machen jede Reinigung effektiver:

  • Clean Desk am Abend vor dem Reinigungstag: Was auf dem Tisch liegt, wird nicht abgewischt. Freie Flächen werden gründlich gereinigt.
  • Geschirr in die Spülmaschine, nicht in die Spüle
  • Kühlschrank-Regel: Einmal im Monat wird ausgeräumt, was nicht beschriftet ist. Das sollten Sie vorher ankündigen.
  • Mängel direkt melden, am besten mit Foto, statt sie zu sammeln

So konzentriert sich die Reinigungszeit auf das Reinigen statt auf das Aufräumen.

So legen wir den Rhythmus fest

Bei der kostenlosen Objektbegehung gehen wir Raum für Raum durch und schlagen Ihnen für jeden Bereich ein Intervall vor. Das Ergebnis steht im Leistungsverzeichnis, mit einem Festpreis innerhalb von 24 Stunden. Ändert sich Ihr Bedarf, passen wir den Rhythmus Ihrer Unterhaltsreinigung gemeinsam an und aktualisieren das Angebot schriftlich.

Ihr Reinigungsrhythmus, ausgerechnet

Bei der kostenlosen Objektbegehung schlagen wir Ihnen für jeden Raum ein Intervall vor. Den Festpreis dafür bekommen Sie innerhalb von 24 Stunden, und den Rhythmus passen wir bei Bedarf gemeinsam an.

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Mehr zur Leistung: Unterhaltsreinigung in Berlin

Fragen & Antworten

Kurz beantwortet

Reicht einmal pro Woche für ein kleines Büro?
Für Büroflächen und Böden oft ja, wenn das Team klein ist und kein Kundenverkehr herrscht. WC und Teeküche brauchen bei täglicher Nutzung meist häufiger eine Reinigung. Eine Lösung ist ein wöchentlicher Komplett-Einsatz plus ein kurzer Sanitär- und Küchen-Einsatz in der Wochenmitte.
Muss die Reinigung jeden Tag kommen, wenn wir hybrid arbeiten?
Nicht unbedingt. Bei hybriden Teams ist das Büro oft nur an zwei oder drei Tagen voll. Dann lohnt es sich, die Reinigung an die Präsenztage zu koppeln, zum Beispiel am Abend nach dem Haupt-Bürotag.
Gibt es gesetzliche Vorgaben für die Reinigungshäufigkeit?
Für normale Büros gibt es keine festen Intervalle. Arbeitsstätten müssen aber hygienisch einwandfrei sein, und Sanitärräume sind regelmäßig zu reinigen. Für Praxen gelten zusätzlich die Vorgaben des Hygieneplans.

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